AfD-Chefin Frauke Petry für Frauenquote

2011, weniger als zwei Jahre vor der Gründung der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), forderte deren heutige Bundesvorsitzende Frauky Petry eine Frauenquote für Führungspositionen in Unternehmen.

Frauentag: Die Chefin stillt
08.03.2011 09:33 Uhr
Aktualisiert 08.03.2011 09:52 Uhr

VON MATTHIAS HASBERG

Die Chefin stillt. Vor ihr steht der Laptop, neben dem Schreibtisch hat das Kinderbett seinen Platz. Der vier Monate alte Tobias gluckst nach dem Stillen ein bisschen herum, Frauke Petry klopft ihm auf den Rücken, bis das Bäuerchen kommt.
LEIPZIG/DAPD.
Dass der Kleine hier im Büro liegt, ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Auch am 8. März, wenn der Internationale Frauentag Jubiläum feiert und 100 Jahre alt wird, wird Frauke Petry ihren Sohn am Schreibtisch stillen, nachdem sie zwei der drei Geschwister am Morgen in die Schule und den Kindergarten in Leipzig gebracht hat. Um die knapp zweijährige Franziska kümmert sich der Vater zuhause in Tautenhain.

Blumen bekommt sie am 8. März von ihrem Mann nicht. «Mein Mann kommt aus Nordrhein-Westfalen, der hat überhaupt keinen Bezug zum Frauentag», sagt die 1975 in Dresden geborene Frauke Petry. Der Frauentag sei schon wichtig. «Man braucht solch ein Datum, damit das Thema Gleichberechtigung auch gedanklich mal in den Mittelpunkt rückt», erklärt sie. Aber als reiner Alibi-Tag, an dem die Männer den Frauen den Kaffee einschenken, das sei doof.

«Bei mir kochen die Männer ihren Kaffee immer selbst», sagt die Firmenchefin. Und die Familienarbeit teile sie sich so gut es geht mit ihrem Mann. Als Pfarrer sei er in seiner Zeiteinteilung etwas freier als die meisten Väter. «Von daher ist bei uns jeden Tag Frauentag.»

Zwtl.: Die Mutter machte einen Bogen um den Frauentag

Hervorgegangen ist der Tag zu Beginn den 20. Jahrhunderts aus der sozialistischen Bewegung, die unter anderem für das Frauenwahlrecht kämpfte. Am 19. März 1911 wurde er das erste Mal in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert. Der 8. März setzte sich erst nach dem Ersten Weltkrieg durch. Die Nationalsozialisten verboten den Tag 1933 und rückten stattdessen den Muttertag ins Zentrum. Nach dem Krieg geriet der Frauentag in Westdeutschland weitgehend ins Vergessen, in der DDR hingegen war er zwar nicht arbeitsfrei, aber fester Bestandteil des jährlichen Feiertagskalenders.

«Ich hab‘ immer geschaut, dass ich an diesem Tag auf Dienstreise bin», sagt Frauke Petrys Mutter. Die 70-Jährige ist selbst Chemikerin und konnte der Feierei der Frauen am 8. März in einigen DDR-Kombinaten so gar nichts abgewinnen. Auf sie geht das Ursprungspatent zurück, mit dem PURinvent am Markt ist: ungiftige Füllungen für Reifen, damit diese wirklich unplattbar sind. Sie hat heute ihren Schreibtisch schräg neben ihrer Tochter, und nach dem Stillen schnappt sie sich den Kinderwagen und schiebt mit dem Kleinen raus an die frische Luft.

Zwtl.: Bei Männern zählen die Überstunden

Was so idyllisch aussieht auf den ersten Blick, ist aber doch knallhartes Wirtschaftsleben. Frauke Petry, Verfechterin einer Frauenquote in der Wirtschaft, wurde zwar im Januar mit dem Sächsischen Gründerinnenpreis ausgezeichnet. «Aber die Arbeitswelt ist doch weiterhin männlich geprägt», sagt sie. Einen männlichen Unternehmer frage die Bank nie, wie er seine Kinder betreut. «Mich fragt sie das aber», ärgert sie sich. «Mit welcher Begründung?»

Arbeitszeiten würden weiterhin meistens von Männern festgelegt, und danach richteten sich dann auch die Betreuungszeiten in den Kindergärten. Männer seien stolz auf ihre Überstunden, ob sie dabei effizient arbeiten, sei oft egal. Und der Chef schaue nur, wer abends noch im Büro sitzt, ärgert sich Chemikerin Petry.

In ihrem Acht-Personen-Unternehmen gibt es das nicht. Das sei der Luxus, den sie sich gönne. «Nachmittags um fünf gehe ich nach Hause», sagt sie. Meistens.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s